Was sind schraubenlose Zahnimplantate und wie viel kosten sie in der Schweiz?

Schraubenlose Zahnimplantate bieten eine innovative Lösung für festen Zahnersatz, bei der oft auf Zementierung oder spezielle Konusverbindungen statt auf klassische Verschraubungen gesetzt wird. Erfahren Sie, wie diese Technik funktioniert, welche Vorteile sie für den Patientenkomfort haben kann und mit welchem Kostenrahmen Sie für eine solche Behandlung in der Schweiz rechnen sollten.

Was sind schraubenlose Zahnimplantate und wie viel kosten sie in der Schweiz?

Viele Menschen in der Schweiz möchten fehlende Zähne dauerhaft ersetzen, ohne sich mit sichtbaren Schraubenkanälen oder typischen Problemen wie Schraubenlockerungen zu beschäftigen. In diesem Zusammenhang fällt häufig der Begriff schraubenlose Zahnimplantate. Gemeint ist dabei meist nicht das Implantat als künstliche Zahnwurzel, sondern die Art, wie Aufbau (Abutment) und Implantat miteinander verbunden werden. Ob diese Lösung im Alltag Vorteile bringt, hängt stark von Indikation, Material, Behandler-Erfahrung und einer realistischen Kostenplanung ab.

Konussysteme: Vorteile und Nachteile

Konussysteme (oft als Morse-Taper oder konische Klemmverbindung beschrieben) setzen auf eine passgenaue, konische Verbindung zwischen Implantat und Aufbau. Der Halt entsteht primär durch Reibschluss, teils ergänzt durch konstruktive Sicherungen je nach System. Zu den häufig genannten Vorteilen zählen eine sehr stabile Verbindung, potenziell weniger Mikrobewegung und ein Design, das in bestimmten Situationen ästhetisch vorteilhaft sein kann.

Zu den Vor- und Nachteilen von Konussystemen bei der Implantatversorgung gehört aber auch: Die Präzision muss stimmen. Bei ungünstiger Belastung, unzureichender Passung oder problematischer Bisssituation kann es dennoch zu Komplikationen kommen. Zudem sind spätere Anpassungen abhängig vom System und der Zugänglichkeit; manche Konstruktionen lassen sich gut wieder lösen, andere sind im Vergleich zu klassisch verschraubten Lösungen weniger „einfach“ zu revidieren.

Verschraubt, zementiert oder schraubenlos?

Bei Implantatversorgungen wird häufig zwischen verschraubten und zementierten Implantatverbindungen unterschieden. Verschraubte Versorgungen sind in der Regel gut wieder abnehmbar, was bei Reparaturen, Hygieneproblemen oder Kontrolle der Implantat-Umgebung hilfreich sein kann. Zementierte Versorgungen bieten oft eine sehr gute Ästhetik ohne Schraubenkanal, erfordern aber sauberes Arbeiten, weil Zementreste am Implantat das Risiko für Entzündungen im Weichgewebe erhöhen können.

„Schraubenlos“ wird im Alltag oft als eigene Kategorie verstanden, technisch ist es aber häufig eine Variante, bei der die Retention über eine konische Klemmung erfolgt und keine klassische Fixierschraube das Abutment dauerhaft hält. Wichtig ist die klare Begriffsklärung im Gespräch mit der Zahnarztpraxis: Manche Systeme sind im Inneren dennoch verschraubt, während andere tatsächlich primär über Konus/Klemmung arbeiten. Für Patientinnen und Patienten zählt am Ende vor allem: Wie gut ist die Versorgung zu reinigen, wie gut ist sie im Bedarfsfall retrievabel und wie wird das Risiko von Entzündungen minimiert?

Einheilung und Pflege bei schraubenfreiem Zahnersatz

Der Ablauf der Einheilung und Pflege bei schraubenfreiem Zahnersatz unterscheidet sich in den Grundprinzipien nicht stark von anderen Implantat-Lösungen. Entscheidend ist die Osseointegration, also das Einwachsen des Implantats in den Knochen. Je nach Ausgangslage (Knochenangebot, Rauchstatus, Allgemeingesundheit, Implantatposition) kann dies mehrere Wochen bis Monate dauern; häufig werden Zeiträume von etwa 6–12 Wochen im Unterkiefer und 3–6 Monaten im Oberkiefer genannt, individuelle Abweichungen sind aber normal.

In der Pflege geht es weniger um „schraubenlos“ versus „verschraubt“, sondern um konsequente Biofilm-Kontrolle: gründliche häusliche Reinigung (z.B. Interdentalbürsten in passender Größe), regelmäßige professionelle Implantatkontrollen und eine schonende, implantatgeeignete Instrumentierung in der Prophylaxe. Gerade bei sehr dichten Verbindungen ist die Weichgewebspflege entscheidend, weil Entzündungen meist vom Zahnfleischrand ausgehen. Wer zu Zähneknirschen neigt, sollte zudem die Belastungssituation (Schiene, Okklusionskontrolle) mit der Praxis besprechen.

Kosten für Zahnimplantate in Schweizer Praxen

Die durchschnittliche Kostenstruktur für Zahnimplantate in Schweizer Zahnarztpraxen ergibt sich aus mehreren Bausteinen: Diagnostik (Untersuchung, Röntgen/ggf. DVT), chirurgische Leistungen (Implantation, Naht, Kontrollen), Implantat-Komponenten (Implantat, Aufbau), zahntechnische Arbeiten (Krone/Brücke), sowie mögliche Zusatzleistungen wie Knochenaufbau, Sinuslift, provisorische Versorgung oder Sedation. In der Praxis werden Kosten oft als Gesamtplan (Kostenvoranschlag) dargestellt, wobei Komplexität, Region und Laboraufwand die größten Preistreiber sind.

In der Schweiz liegen die Gesamtkosten für ein Einzelzahnimplantat mit Krone in vielen Fällen grob im Bereich von mehreren tausend Franken; häufig werden etwa 3’000 bis 6’000 CHF oder mehr genannt, abhängig von Ausgangslage und Leistungsumfang. Der Markenname des Implantats allein erklärt die Gesamtsumme meist nicht, weil chirurgische Zeit, Diagnostik, Zahntechnik und eventuelle Augmentationen oft den größeren Anteil ausmachen.


Product/Service Provider Cost Estimation
Einzelzahnimplantat (Implantat + Krone) Straumann ca. 3’500–6’500 CHF (Schweiz, häufige Spanne; fallabhängig)
Einzelzahnimplantat (Implantat + Krone) Nobel Biocare ca. 3’500–6’500 CHF (Schweiz, häufige Spanne; fallabhängig)
Einzelzahnimplantat (Implantat + Krone) Dentsply Sirona (Astra Tech Implant System) ca. 3’500–6’500 CHF (Schweiz, häufige Spanne; fallabhängig)
Einzelzahnimplantat (Implantat + Krone) Zimmer Biomet ca. 3’500–6’500 CHF (Schweiz, häufige Spanne; fallabhängig)
Einzelzahnimplantat (Implantat + Krone) Neodent ca. 3’200–6’200 CHF (Schweiz, häufige Spanne; fallabhängig)

Preise, Tarife oder Kostenschätzungen in diesem Artikel basieren auf den neuesten verfügbaren Informationen, können sich jedoch im Laufe der Zeit ändern. Vor finanziellen Entscheidungen wird eine unabhängige Recherche empfohlen.

Zusätzlich sollten laufende Kosten realistisch eingeplant werden: Kontrolltermine, professionelle Implantatreinigung (je nach Risiko), gegebenenfalls Austausch von Verschleißteilen oder Reparaturen an Keramik/Verblendungen. Wenn ein Knochenaufbau nötig ist, kann das die Kosten spürbar erhöhen. Auch der Zeitpunkt der Versorgung (Sofortversorgung vs. spätere definitive Krone) beeinflusst den Aufwand.

Zusatzversicherung: mögliche Kostenbeteiligung

Möglichkeiten der Kostenbeteiligung durch Schweizer Zusatzversicherungen hängen stark vom gewählten Produkt, den Versicherungsbedingungen und der individuellen Vorgeschichte ab. Häufig spielen Wartefristen, jährliche Maximalleistungen, prozentuale Beteiligungen, Ausschlüsse (z.B. bei bereits angeratenen Behandlungen) und die Frage der medizinischen Notwendigkeit eine Rolle. Ebenso wichtig: Viele implantologische Behandlungen gelten nicht als Leistung der obligatorischen Krankenpflegeversicherung, außer in eng definierten Ausnahmefällen.

Für eine belastbare Planung ist es sinnvoll, vor Behandlungsbeginn die Versicherungsunterlagen zu prüfen und bei Bedarf eine schriftliche Kostengutsprache bzw. Vorabklärung einzuholen. Dabei hilft ein detaillierter Kostenvoranschlag der Zahnarztpraxis, der Diagnostik, chirurgische Schritte, Zahntechnik und mögliche Zusatzmaßnahmen transparent ausweist.

Schraubenlose Zahnimplantat-Verbindungen können je nach System und Indikation funktionelle und ästhetische Vorteile bieten, sind aber keine pauschal „bessere“ Lösung für alle Situationen. Entscheidend sind eine saubere Diagnostik, eine zur Biss- und Knochensituation passende Verbindung (verschraubt, zementiert oder konisch geklemmt), sowie eine Pflege- und Kontrollroutine, die das Implantat langfristig schützt. Bei den Kosten lohnt es sich, nicht nur den Implantattyp, sondern vor allem den Gesamtbehandlungsplan inklusive möglicher Zusatzmaßnahmen und Nachsorge realistisch zu vergleichen.