Was sind schraubenlose Zahnimplantate und was kosten sie? (Mehr erfahren)
Wer sich für Zahnersatz entscheidet, wünscht sich oft eine Lösung, die so natürlich wie möglich aussieht und sich auch so anfühlt. Sogenannte "schraubenlose" Zahnimplantatsysteme – bei denen die Verbindung zwischen Implantat und Krone nicht durch eine sichtbare Verschraubung, sondern durch Zementierung oder spezielle Stecksysteme (konometrische Verbindungen) erfolgt – bieten hier deutliche ästhetische Vorteile. Dieser Artikel erläutert die technologischen Hintergründe, vergleicht die Methode mit herkömmlichen Verfahren und schlüsselt auf, mit welchen Kosten Patienten bei dieser hochwertigen Versorgung rechnen müssen.
Schraubenlose Zahnimplantate unterscheiden sich von herkömmlich verschraubten Versorgungen vor allem in der Art, wie die Krone auf dem Implantat befestigt wird. Ziel ist eine stabile, möglichst natürlich wirkende Lösung, bei der keine Zugangsschrauben im Mund sichtbar sind. In Deutschland interessieren sich viele Patientinnen und Patienten für diese Technik und möchten wissen, wie sie funktioniert, wie lange sie hält und was sie in etwa kostet.
Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine medizinische Beratung dar. Bitte wenden Sie sich für eine persönliche Einschätzung und Behandlung an eine qualifizierte zahnmedizinische Fachkraft.
Haltbarkeit und Wartung schraubenloser Implantate
Die Haltbarkeit und Wartung von schraubenlosen Implantatlösungen hängt in erster Linie von der Qualität des Implantatsystems, der handwerklichen Ausführung und der Mundhygiene ab. Bei guter Pflege können solche Rekonstruktionen ähnlich lange halten wie verschraubte Alternativen. Regelmäßige Kontrollen in der Praxis sind wichtig, weil der Zahnarzt die Passung der Krone, den Zustand des Zahnfleischs und eventuelle Zementreste beurteilen kann. Professionelle Zahnreinigungen und eine konsequente häusliche Pflege mit Bürsten und Interdentalhilfen tragen maßgeblich dazu bei, Entzündungen und Knochenabbau zu vermeiden.
Ein Unterschied bei der Wartung zeigt sich, wenn eine Reparatur oder ein Austausch nötig wird. Bei schraubenlosen Lösungen muss die Krone meist abgelöst werden, was zusätzlichen Aufwand bedeuten kann. Dafür sind bei guter Planung und stabiler Bisssituation langfristig oft nur kleinere Anpassungen nötig. Die Entscheidung, ob schraubenlos oder verschraubt versorgt wird, sollte daher immer auch die Frage der späteren Zugänglichkeit berücksichtigen.
Ästhetische Vorteile ohne sichtbare Zugangsöffnungen
Viele Patientinnen und Patienten interessieren sich vor allem für die Vorteile der schraubenlosen Technik für die Ästhetik ohne sichtbare Zugangsöffnungen. Bei verschraubten Implantatkronen ist häufig eine kleine Öffnung auf der Kau- oder Rückseite der Krone nötig, durch die der Schraubkanal verläuft. Dieser wird zwar mit Kunststoff verschlossen, kann aber bei genauer Betrachtung sichtbar sein oder mit der Zeit verfärben.
Schraubenlose Kronen kommen ohne solchen Schraubkanal aus. Die Oberfläche kann vom Zahntechniker homogener gestaltet und farblich besser an die Nachbarzähne angepasst werden. Besonders im sichtbaren Frontzahnbereich kann dies einen harmonischeren Gesamteindruck erzeugen. Zusätzlich lassen sich Übergänge zum Zahnfleisch sehr natürlich gestalten, wenn Form und Position des Implantats sorgfältig geplant wurden. Dennoch bleibt wichtig: Auch die schönste Versorgung muss funktionell stimmen und sich gut reinigen lassen.
Zementierte und konometrische Verbindungen erklärt
Um die Funktionsweise von zementierten und konometrischen Implantatverbindungen zu verstehen, hilft ein Blick auf den Aufbau. Beim zementierten Konzept wird eine künstliche Pfeilerstruktur, das Abutment, fest mit dem Implantat verbunden. Die Krone wird anschließend mit speziellem Dentalzement auf dieses Abutment geklebt. Bei konometrischen Systemen entsteht der Halt dagegen über eine sehr präzise konische Steckverbindung, ähnlich einem leicht verklemmenden Kegel.
Zementierte Lösungen sind weit verbreitet und erlauben dem Zahntechniker viel Freiheit bei der Gestaltung der Zahnform. Konometrische Verbindungen haben den Vorteil, dass sie oft ohne klassischen Zement auskommen oder nur sehr wenig Material benötigen. Die Krone kann in einigen Systemen mit speziellen Instrumenten wieder gelöst werden, falls eine Kontrolle oder Reparatur nötig ist. Welche Variante im Einzelfall sinnvoll ist, hängt von Knochenangebot, Bissverhältnissen, ästhetischen Zielen und den Erfahrungen der behandelnden Praxis ab.
Kostenfaktoren und Vergleich zu verschraubten Systemen
Die Kostenfaktoren und der Preisvergleich zu herkömmlich verschraubten Implantaten sind für viele Menschen ein entscheidendes Thema. Grundsätzlich setzen sich die Gesamtkosten aus mehreren Bausteinen zusammen: chirurgische Implantation, eventuell Knochenaufbau, das Implantat selbst, das Abutment, die Laborarbeiten für die Krone sowie die zahnärztlichen Leistungen wie Planung, Abdrucknahme, Einprobe und Nachkontrollen. In Deutschland werden diese Leistungen nach der privaten Gebührenordnung und nach Labor- sowie Materialkosten abgerechnet, was zu deutlichen regionalen Unterschieden führen kann.
Für schraubenlose Versorgungen kommen teilweise spezielle Abutments oder konometrische Komponenten zum Einsatz, die die Material- und Laborkosten etwas beeinflussen können. Im Durchschnitt liegen die Gesamtkosten pro Einzelimplantat mit Krone im ähnlichen Bereich wie bei verschraubten Lösungen. Unterschiede ergeben sich eher aus dem verwendeten Implantatsystem (zum Beispiel Premiumhersteller gegenüber günstigeren Systemen), dem Aufwand des Knochenaufbaus und dem Honorar der Praxis als allein aus der Wahl schraubenlos oder verschraubt.
Zur besseren Orientierung finden Sie nachfolgend einige grobe Kostenschätzungen zu typischen Implantatversorgungen in Deutschland. Es handelt sich um Richtwerte pro Einzelzahn im Seitenzahnbereich ohne umfangreichen Knochenaufbau; reale Angebote können höher oder niedriger ausfallen.
| Produkt oder Leistung | Anbieter oder System | Kostenschätzung pro Einzelzahn in Deutschland |
|---|---|---|
| Einzelimplantat mit Krone, schraubenlos | Straumann System, Behandlung in Zahnarztpraxis | etwa 2.500–4.000 € |
| Einzelimplantat mit Krone, schraubenlos | Nobel Biocare System, Zahnarztpraxis | etwa 2.400–3.800 € |
| Einzelimplantat mit Krone, schraubenlos | Dentsply Sirona / Ankylos System | etwa 2.000–3.500 € |
| Einzelimplantat mit Krone, verschraubt | vergleichbare Premiumsysteme | etwa 2.300–4.000 € |
Die in diesem Artikel genannten Preise, Tarife oder Kostenschätzungen basieren auf den zuletzt verfügbaren Informationen, können sich jedoch im Laufe der Zeit ändern. Eine eigenständige Recherche wird vor finanziellen Entscheidungen empfohlen.
Zwischen schraubenlosen und verschraubten Varianten bestehen in der Regel nur moderate Preisunterschiede. Häufig entscheidet die Praxis gemeinsam mit den Patientinnen und Patienten anhand von medizinischen Kriterien, ästhetischen Wünschen und der langfristigen Wartungsfreundlichkeit, welche Lösung sinnvoller ist. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen in Deutschland meist nur einen festen Zuschuss, der sich am Regelzahnersatz orientiert; der Rest ist privat zu tragen.
Risiken von Zementüberschüssen und deren Vermeidung
Ein zentrales Thema bei schraubenlosen Konzepten sind mögliche Risiken wie Zementüberschüsse und deren Vermeidung. Wenn bei zementierten Konstruktionen Zementreste unter dem Zahnfleisch verbleiben, können sie Entzündungen, Blutungen und im schlimmsten Fall einen Knochenabbau rund um das Implantat auslösen. Da Implantate kein eigenes Nervensystem wie Zähne haben, werden solche Probleme manchmal erst spät bemerkt.
Um dieses Risiko zu reduzieren, nutzen moderne Praxen spezielle Zementiertechniken, setzen möglichst wenig Zement ein und arbeiten mit gut einsehbaren Kronenrändern. Konometrische Verbindungen und abnehmbare Brückenkonstruktionen können zusätzlich helfen, überschüssiges Material zu minimieren. Für Patientinnen und Patienten ist eine gründliche häusliche Mundhygiene und die Teilnahme an regelmäßigen Nachsorgeterminen entscheidend, damit frühe Anzeichen einer Periimplantitis rechtzeitig erkannt und behandelt werden können.
Am Ende bleibt festzuhalten, dass schraubenlose Zahnimplantate eine ausgereifte Option für festen Zahnersatz darstellen, die vor allem ästhetisch und teilweise auch funktionell überzeugen kann. Gleichzeitig erfordert diese Technik eine sorgfältige Planung, präzise Ausführung und konsequente Nachsorge. Wer sich für eine solche Versorgung interessiert, sollte sich in einer erfahrenen Praxis umfassend beraten lassen, Vor- und Nachteile gegenüber verschraubten Systemen abwägen und dabei neben den Kosten insbesondere Gesundheitsaspekte und langfristige Pflege mit in die Entscheidung einbeziehen.